Wohnart
Ulrike Schräder
„Viele Ihrer figürlichen Plastiken - auch wenn es unverkennbar Frauen sind, die sie darstellen, geben uns die allgemeinste , einfachste, aber auch ursprünglichste Wahrheit über den einzelnen Menschen zu verstehen. Diese Wahrheit lautet: Ich bin da, ich existiere...
Ulrike Schräder arbeitet mit dem Material Ton. Sie führt geradezu einen Dialog mit Ton... Es ist unglaublich, was sie alles über einen Erdklumpen zu berichten weiß... Sie arbeitet sehr experimentell: Das Glatte ist vorbei, sagt sie... und arbeitet mit Brüchen, Aufbrüchen und dem Porösen der Oberfläche... So wie der Ton geologisch zur Haut der Erde gehört, von Wind und Wetter gezeichnet, so ist auch der Ton ihrer Statuetten, d.h. deren Haut gefurcht, vernarbt,... inneren und äußeren Kräften ausgesetzt...
Und doch stehen ihre Figuren aufrecht... Nochmehr als es das Aufrechtstehen alleine ist, ist das Aufrechtstehen trotz Rissen und Furchen der Oberfläche ein Bild für den einfachen Stolz, die einfache Würde menschlichen Seins.“
(Aus der Eröffnungsrede von Dr. Klaus Scherzinger im Georg-Scholz-Haus 2007)

